GenKI, Biometrie und lustige Bildchen

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Hurra, die nächste Welle lustiger KI-generierter Bilder kursiert im Netz: »Wie hätte ich in den 80er Jahren ausgesehen?« rauf und runter, Einzelpersonen, mitunter ganze Familien mit Kindern aller Altersstufen, generiert per ChatGPT.

Wie oft muss man eigentlich noch erklären, dass Fotos realer Menschen in keinerlei Instanzen generativer Intelligenz etwas zu suchen haben? Das Stichwort heißt »biometrische Daten«, nicht umsonst führt Dänemark ein Recht am eigenen Bild – besser: ein Recht am eigenen Erscheinungsbild – ein. Die Bandbreite der visuellen Unkultur ist groß und beginnt mit besagten Profilbildchen, geht viel weiter mit eher schlechten, wiewohl überwiegend harmlosem AI-Slop auf Plattformen wie Dailymotion, die eine schier endlose Flut derselben good-versus-evil-Cinderella-Stories ausspucken. Müll allererster Güte, geschaffen für Smartphones, zur Berieselung willfähriger Zuschauer, mit Werbung durchsetzt und deswegen überaus lukrativ. Eigentlich eher witzig, dass die geschaltete Werbung zum Teil für Künstliche Intelligenz wirbt, zum Teil allerdings auch für Software, die per KI Geschriebenes erkennen soll. Interessant ist ein Blick in die Details vieler »AI Drama«-Movies: Die künstlich generierten Darsteller ähneln teilweise frappierend real existierenden Schauspielern wie George Clooney oder Willem Dafoe, um nur zwei Namen stellvertretend für eine Vielzahl anderer Ähnlichkeiten zu nennen.

In der Pornobranche (nichts Neues, BTW)  kursiert ähnlicher, teilweise sehr drastischer und menschenverachtender KI-generierter Müll. Nur zu also mit dem Hochladen eigener Porträts – ob privat oder im Business-Kontext generiert – in die Instanzen generativer KI. Die Chance, sich selbst auf unerwünschte Weise im Netz wiederzufinden, steigt mit jedem einzelnen, eigenen Abbild, das als Trainingsmaterial genutzt wird, um »Mehr vom Selben« zu produzieren. (Dieser Begriff stammt aus der Debatte um die »Tandem-Studie« von Tim W. Dornis und Sebastian Stober, mehr dazu auf der Website der Initiative Urheberrecht.)

Dass mit dem hochgeladenen Bildmaterial auch Gesichtserkennung trainiert und verbessert wird, sei ergänzend erwähnt. Ebenso wie die Tatsache, dass die Handschrift vieler Bildautor*innen via KI mühelos reproduzierbar ist; derzeit klagt Penguin Books gegen OpenAI zum Stichwort »Drache Kokosnuss«, die beliebte Kinderbuchreihe »Conni….« kursiert in zig KI-generierten Memes, die auch durch Unternehmen illegalerweise in der Werbung genutzt werden. Dass schon vor geraumer Zeit Reid Southen via Midjourney Bilder zum Thema »Batman und Joker« generieren ließ, die teils von den Originalbildern und Filmszenen nicht zu unterscheiden waren, dass beliebte Stile wie der von Pixar Studios etc. in endloser Flut auf Instagram lustige Reels und Bildchen ausspucken, gehört zum Kontext dazu.

Erstaunlicherweise sind selbst Profis der KI-Branche, die eigene Kunden beim Einsatz künstlicher Intelligenz beraten, mit von der Partie bei den diversen Wellen lustiger Profilbilder. Wer sich selbst in frappierend ähnlicher Form in DeepFakes aller Art wiederfinden möchte: Nur zu. Von Verleumdung bis komplettem Identitätsdiebstahl ist damit alles möglich.

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Weiterführende Links sind wie immer gekennzeichnet. 😉

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Mechthild Mäsker

    Danke für die Hinweise, das nehme ich am Sonntag mit in meine Talkrunde!

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