Nachdenkstoff fürs Wochenende

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»Mind wandering enhances the brain’s ability to learn hidden patterns, new study suggests: Mind wandering happens when our attention shifts from external tasks to internal thoughts, like reflecting on past events or planning for the weekend. This mental state is typically associated with reduced cognitive performance, including slower reading comprehension and an inability to maintain sustained attention. At the same time, recent research suggests that this zoning out can provide unexpected cognitive benefits, particularly for a process known as implicit statistical learning. Implicit statistical learning is the brain’s ability to unconsciously detect and internalize repeating patterns and probabilities in our surroundings, such as the predictable structure of spoken language or the sequence of a physical action.« Eine Studie erforscht, dass »mind wandering« mitnichten ausschließlich Unaufmerksamkeit und Abgelenktsein bedeutet, sondern parallel eine andere Art des Lernens einschließt. Weiterlesen hier. 

Glauben wir nur, was wir glauben wollen? Und wie ändern wir das? Stefan Niggemeier über ein wichtiges Thema: »Menschen können lernen, Manipulationen besser zu erkennen, skeptisch zu sein, Quellen zu überprüfen. Das hilft beim alltäglichen Umgang mit Medien und Informationen. Und auch beim Kampf gegen groß angelegte Desinformationskampagnen. Es gibt allerdings ein Problem: Im Zweifel sind wir davon überzeugt, dass es die anderen sind, die Nachhilfe auf diesem Gebiet benötigen. Wir sehen jeden Tag, wie andere Leute mit anderen Meinungen auf Finten hereinfallen. Wie sie zweifelhaften Quellen folgen. Wie sie ungeprüft glauben, was ihnen in den Kram und ins Weltbild passt. Wie sie in einer Blase stecken. Wie sie sich Wahrheiten zurechtbiegen, die für sie unangenehm sind, damit sie ihre Positionen nicht ändern müssen.« Weiterführende Links im Text, weiterlesen geht hier.

Aufgefallen am digitalen Wegesrand: der japanische Designer Tomohiro Okazaki, der ungewöhnliche, faszinierende und unglaublich sehenswerte Stop-Motion-Animationen macht. Auf seinem Youtube-Profil sind eine Reihe dieser Animationen zu finden. Allesamt ganz wunderbar, völlig undigital und liebevoll detailverliebt; eine Hinguckempfehlung der anderen Art!

Spätestens, seit ich als Kind »Götter, Gräber und Gelehrte« von CW Ceram (Pseudonym des Journalisten Kurt Wilhelm Marek) las, gehören Archäologie und Geschichte zu meinen Interessen. Tante Käthe, Patentante meiner Mutter, Altphilologin und so vielseitig gebildet wie verschroben, förderte meinen Wissensdurst; ihre private, kollegiale Freundschaft mit dem ehemaligen Direktor des hiesigen humanistischen Gymnasiums sorgte für mein Großes Latinum. Und auch heute noch kann ich in Pharaonenzeit, griechischer und römischer Antike, neuerer Geschichte versinken, Stunden mit Lesen, Betrachten, Nachdenken und Lernen verbringen. Soviel Interessantes, das vielfach bis heute Gültigkeit hat, beflügelt und inspiriert! Diese Welt ist wunderbar, ob in längst vergangenen Zeiten, gestern, heute … oder auch in Zukunft.

Zu den wunderbaren Dingen gehört diese Geschichte: »Als die Archäologen die Mumien nach ihrer Bergung näher untersuchten, entdeckten sie einen Papyrus mit griechischem Text auf dem Bauch eines der Toten. “Dies ist nicht das erste Mal, dass wir gebündelte, versiegelte und sorgsam eingepackte Papyri in Mumien gefunden haben”, erklärt Ignasi-Xavier Adiego, Leiter des Oxyrhynchus-Projekts. Der Inhalt dieses unter den Binden verborgenen Textes erwies sich jedoch als überraschend. Denn auf dem Papyrus stand ein Auszug aus der berühmten “Ilias” von Homer. In diesem Werk erzählt der griechische Dichter die Geschichte des trojanischen Krieges. Der an der Mumie gefundene Textabschnitt stammt aus dem sogenannten “Katalog der Schiffe”, in dem Homer die vor der Küste Trojas liegende griechische Flotte beschreibt.« Weiterlesen bei Wissenschaft.de.

Welch eine berührende, wunderbare Vorstellung, dass ein Teil der historisch bedeutungsvollsten Werke der griechischen Kultur – Homers Ilias und Odyssee – einen Menschen so sehr gefesselt haben und ihm offensichtlich so wichtig waren, dass sie ihn auf seinem Weg ins Jenseits begleiteten. Auch beim National Geographic gibt es einen ausführlichen Bericht über den Fund, der schon ein Weilchen zurückliegt.

 

 

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