Dies und das – 20260228

»Und jetzt alle: Generative KI ist eine Massenpsychose. Generative KI ist eine Massenpsychose. Generative KI ist eine Massenpsychose. Generative KI ist eine Massenpsychose.« schreibt Thomas Knüwer auf seinem LinkedIn-Profil, verbunden mit einem Hinweis auf einen anderen Beitrag, der sich mit dem »RentaHuman«-Scam beschäftigt.

Gründe, mich deutlich zu positionieren: Nix KI hier, weder vollumfänglich generierte oder komplett »perfektionierte« Fotos, sondern echtes Licht, Perspektiven, Eindrücke, Menschen und Momente. Dass Fotograf*innen für Bildretuschen mittlerweile KI-unterstützte Werkzeuge nutzen: geschenkt. Das gehört ebenso zum Handwerkszeug wie die Beschäftigung mit KI, ob das nun unterschiedliche Modelle sind, Prompten oder das Training unter der Motorhaube gängiger Bildbearbeitungssoftware. Für meine Bilder gilt das ebenso wie für meine Texte – ich liebe Spiegelstriche, setze zwecks Lesbarkeit Abschnitte und formuliere in längeren Sätzen. Grundsätzlich allerdings bevorzuge ich es, wie Heike Rost zu klingen und zu fotografieren –  und muss darauf auch keine KI-Modelle »trainieren«. Auch für Texte, Blogposts und Social-Media-Beiträge gilt: der digitale Zettelkasten kann KI beinhalten. Das Komplettwerk ist meins, zu 100%, ob Text oder Bild.

Um zur zitierten »Massenpsychose« Abstand zu gewinnen, hilft mir viel Bewegung in der Natur. Die Arbeit in der grünen Hölle alias mein Garten fängt langsam wieder an, die gefiederten und vierbeinigen Mitbewohner lohnen morgendliche Beobachtung beim ersten Kaffee. Madame Eichhörnchen sägt am Hirschgeweihstück und ist entweder trächtig oder hat schon Nachwuchs, das ist nicht so klar ersichtlich wie ihre besch….eidene Laune ihren Gefährten gegenüber: Hormone sind ein übles Zeugs und so werden Reviergenossen entweder rabiat angegangen oder lautstark angepöbelt. Beides zusammen führte kürzlich dazu, dass Herr Eichhorn vor Schreck beinahe rücklings aus den Ranken des wilden Weins purzelte. Nun ja, zwischen schlaftrunken torkelnden Hummeln, ersten Bienen und Faltern geht es auf den Feldern ähnlich lebhaft zu. Feldhasen im rheinhessischen Mountainbike-Revier prügeln sich, dass die Wolle fliegt, Bussarde und Krähen liefern sich Luftkämpfe, aus dem Gebüsch kreischen einen unverhoffte Fasane an. Die Rabenkrähen lassen sich eher nicht stören, träges Flattern, ein rauhes »Krahaaaa«, das war’s.

Überhaupt, die Mountainbike-Saison: Ozapft is‘, sozusagen. Da ist Luft nach oben, aber deutlich. Was halt so ist, wenn man nach dem Super-MTB-Trip Anfang November erstmal die Bänder des linken Knöchels völlig überdehnt. Im Spiel waren eine Kellertreppe, Getränkekästen für Mama, abgerutscht, glücklicherweise wetterbedingt mit Springerstiefeln. Mit Sneakern wär das schiefgegangen, hat aber auch so für ein paar Wochen MTB-Abstinenz gereicht. Ergänzt durch Eis, Schnee und saukalt mit Freiberuflerinnen-Bremse im Kopf, also erstmal Krafttraining indoor. Die Lieblingsstrecken sind überwiegend sumpfig und schlecht bis (noch) nicht befahrbar. Das MTB fräst sich durch, gestern lag ich zweimal beinahe der Länge nach im Acker. Die Schlammpfütze war tiefer als gedacht, wadentiefes Einsinken und ordentlich Matschepampe in den Boots inbegriffen. Eine eher langsame Rutschpartie durch den Ober-Olmer Wald, kleinere Umwege inklusive, weil dort eine Zone wegen eines üblen Pilzes gesperrt sind. Nicht nur, dass das Dreckszeug zum Absterben zahlreicher Ahornbäume führt, reizt es auch die Atemwege und kann weitergetragen werden durch Fußgänger, Radler und Hunde.

Auf den gemeinsam mit Fußgängern, Hundehaltern, Joggern und Radlern aller Art geteilten Wegen ist allen eins gemeinsam gerade: Tiefes Durchschnaufen. Ahhh, Sonne, endlich, und milde Temperaturen. Dass viele Menschen offenbar (noch) nicht an die Koexistenz in Feld, Wald und Flur gewohnt sind nach der Winterpause – oder ihr Hirn im Frühlingsmodus eher umnebelt ist – nervt bisweilen. Jedenfalls war’s zwischen Rutschpartien der Sorte *uiiiii-huch-oha-jössas-hoppala-uff* ausreichend Spaß. Das Gesicht unseres Nachbarn war sehr lustig, als meine Rennsemmel aka MTB und ich nach 21 Kilometern und knapp einer Stunde fuffzehn eingesaut bis etwa Hüfthöhe zuhause ankamen. Der Einfachkeit halber nehm ich dann direkt den Gartenschlauch zur groben Reinigung. 😉

(Gelesen habe ich übrigens auch – allerdings erst Samstag früh beim ersten Kaffee. War gestern eher nicht mehr so, äh, leistungsfähig nach der MTB-Tour. Sorry, not sorry.)

»Die Klarnamenpflicht ist so eine typische Politik-Idee, die sich gut anhört, weil sie nach Ordnung klingt – aber in Wahrheit nur ein großes, bequemes „Wir tun was!“-Schild ist.Sie ist der Versuch, ein kompliziertes Problem (Hass, Desinformation, Radikalisierung, Plattformkapitalismus) mit einem einzigen Wort zu erschlagen: „Name.“Und das ist ungefähr so, als würde man gegen organisierte Kriminalität kämpfen, indem man „Bitte nicht sprengen!“ auf die Bankautomaten klebt.« Heinrich Schmitz über eine bescheuerte blödsinnige abgrundtief dämliche höchst nervige Debatte, weiterlesen bei »Die Kolumnisten«.

»Da wird die Fraktionsvorsitzende der Linken mit einem Audi A8 durch die Gegend gefahren – die Rechten johlen. Die AfD beschäftigt gegenseitig Familienangehörige – die Linken johlen. Und dann präsentiert das ZDF noch ein Fake-Video – und so weiter. Nichts davon ist ein Rechtsverstoß. Da lässt sich maximal über persönliche Glaubwürdigkeit streiten. Doch mit Worten werden mediale Hinrichtungen vollzogen – und wir schauen zu. An den Rändern: Gleichwohl Schnappatmung. In der Mitte wie so oft: Ratlosigkeit gepaart mit erschreckender Gleichgültigkeit. Wir halten Banalitäten für den Kern des Universums und zelebrieren diese auf dem Markt der Eitelkeiten bis zum Exzess.« Markus Hebgen in seiner »Kolumne am Samstag«- zur Lektüre empfohlen!

Mit Verspätung auch Applaus für Antje Schrupp und ihr neues Buch »Postpatriarchales Chaos und wie wir mit Feminismus die Welt erobern«. Zwischen Tradwives, Frauenbild und nötigen Veränderungen gibt es viel Gesprächsstoff. »Mit High Heels hat man keine Standfestigkeit« sagt Antje Schrupp im Interview mit der taz – Leseempfehlung fürs Wochenende-Sofa!

Mit einem Schmunzeln: Das Zitat erinnerte mich übrigens an einen physisch kleinen ex-Chef, den ich mit 1,82m schon ohne High Heels beträchtlich überragte; seine Vorliebe für hohe Absätze war legendär, hat aber nicht geholfen. Auch die japanischen Servicetechniker einer Kamerafirma waren ein bisschen speziell, weswegen ich bei Auseinandersetzungen erst mit zusätzlichen 10 Zentimetern den Raum betrat, um mich dann zwecks Augenhöhe hinzusetzen. 1,92m Modell Walküre sind für die meisten Menschen nicht nur verblüffend, sondern wirken oft auch bedrohlich; die Liste merkwürdiger Situationen und Reaktionen ist recht lang. (Keine Sorge, ich tu nix, ich will nur spielen. 😀 )

Nachtrag in Sachen Facebook und Datenschutz: Tom Wannenmacher von Mimikama weist auf die Widerrechtlichkeit von hochgeladenen Adressbuch-Kontakten im Messenger und auf Facebook hin. Wie Ihr das prüfen und ggf. löschen könnt, ist im Beitrag verlinkt.

 

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