Notizen – 03.02.2026

Die Leseschnipsel des heutigen Tages:

–  TikTok entpuppt sich in den USA als komplettes Datendesaster: User*innen löschen hektisch die App. Vermutlich löschen sie damit nicht die Daten, die TikTok abgegriffen hat. Zumindest in den USA gehören dazu nicht nur (präzise) Standortdaten, sondern auch Namen, Adresse, Geodaten, Informationen über Geschlecht, sexuelle Orientierung, Transgender, ethnische Zugehörigkeit. TIME hat einen detaillierten Blick unter die Motorhaube getan (Instagram-Video).

Kleine Erinnerung: Wer auch immer sich beruflich und/oder privat auf TikTok aufhält – das kann eigentlich nur noch heißen »Raus da und zwar sofort.« Ganz abgesehen von der Tatsache, dass chinesische Apps nichts auf dem mobilen Endgerät zu suchen haben. Oder – super Kamera hin, schlanker Preis her – chinesische Smartphones in europäischen Hosentaschen. (Sorry, not sorry.)

– »Wenn ein einfacher Klick ausreicht, um Jahre an Arbeit zu löschen, kann ChatGPT meiner Meinung und Erfahrung nach, für professionelle Arbeiten nicht als sicher angesehen werden. Als ein zahlender Abonnent gehe ich davon aus, dass es Sicherheitsmaßnahmen gibt – inklusive einer Warnung über das unwiderrufliche Löschen, eine Wiederherstellungsoption oder ein zeitlich limitiertes Backup oder Redundanz.« schreibt ein Forscher im Beitrag des Technikmagazins TN3. Jahrelanges Arbeiten mit ChatGPT, Projektordner mit Forschungsarbeiten und viele »Konversationen« mit der KI haben sich buchstäblich in Luft aufgelöst, nachdem der neugierige Professor die Einstellung »Das Modell für alle verbessern« deaktivierte. Dumm daran: das Modell verfügt weder über integrierte Backups oder Redundanzen, auch dezidierte Hinweise auf komplette Datenverluste gab es nicht.

Anmerkung: Datensicherungen und Backups auf Systemen, die außerhalb von KI-Modellen, Clouds, was auch immer liegen, sind für Computernutzer*innen unverzichtbar. (Leider rede ich mir da im näheren und weiteren Umfeld gelegentlich den Mund fusselig, wenn es um regelmäßige, gar automatisierte Backups geht. Von einer vernünftigen, durchsuchbaren Archivstruktur und einem aufgeräumten Desktop mal ganz zu schweigen.)

– Stichwort Backups: Wie der Aus- und Umstieg aus Clouds wie OneDrive (Microsoft) gelingt und wie man vor allem dafür sorgt, dass die eigenen Datenbestände sicher aufbewahrt werden, dazu gibt’s auf Metacheles von Sascha Pallenberg einen ausführlichen Beitrag inkl. Podcast – ausdrücklich empfohlen! (Digital Independence Day ist eigentlich jeder Tag.)

Auch hier ein bisschen Klugscheißerei: So ähnlich handhabe ich das seit langem mit meinem Datenarchiv. Individuelle Struktur, regelmäßig ausmisten, digital durchputzen, automatisch synchronisieren bzw. kopieren, teilweise mit schlanken Tools wie Hazel von Noodlesoft, das nur wenig Speicherplatz und Systemressourcen frisst und nach ein wenig Einarbeitung den digitalen Hausputz sehr zuverlässig erledigt. Aufgrund der schieren Datenmenge von Bilddaten ist das Thema Cloud leider keine Option: eine zweistellige Menge an Terabyte ist extern gesichert unter Kostenaspekten utopisch. So liegen dann beim Cloud-Dienstleister meiner Wahl lediglich wirklich wichtige Dinge, ordentlich verschlüsselt und auf Schweizer Servern; selbstverständlich auch mit doppeltem Boden und Reißleine – und im Fall des Falles auch mit mobilen Endgeräten sicher (= inkl. VPN) erreichbar.

Ärgerlich, da ist das Thema wieder – das Bundesjustizministerium macht einen erneuten Vorstoß in Sachen Speicherung von IP-Adressen. Mit welchen Risiken das (nicht nur) für Informaten- und Quellenschutz von und für Journalistinnen und Journalisten verbunden ist, lässt sich in der gemeinsamen Stellungnahme von Journalisten- und Verlegerverbände sowie ARD/ZDF und Deutschlandradio* ausführlich nachlesen.

* ARD Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, BDZV Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger, Deutschlandradio, DJV Deutscher Journalisten-Verband, dju Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union, Deutscher Presserat, MVFP Medienverband der freien Presse, VAUNET – Verband Privater Medien, ZDF Zweites Deutsches Fernsehen

Schreibe einen Kommentar